Dieser Beitrag ist auch verfügbar auf: Englisch

Eine neue Kultur kennenlernen, seine Grenzen austesten und sich selbst auf die Probe stellen. Wie könnte dies besser garantiert werden als durch das Arbeiten im Ausland!

Im Rahmen meines dualen Studiums erhielt ich die Chance, eine Praxisphase in Shanghai, China zu verbringen. Für mich war es das erste Mal in Asien und ich wusste noch nicht wirklich was auf mich zukommt. In diesem Blogeintrag berichte ich von meinen ersten Tagen vor Ort, Schwierigkeiten und besonderen Erfahrungen.

Erste Eindrücke

Angekommen Mitte Juni bemerkte ich als erstes, wie warm Asien im Sommer wirklich wird. Bei 35°C und einer hohen Luftfeuchtigkeit kommt man als Europäer schon mal ins Schwitzen. Ich war bereits auf der Taxifahrt zu meiner Wohnung überrascht und gefesselt von Shanghais Andersartigkeit: Hochhäuser wohin man sieht, unzählige Menschen aller Nationalitäten und dieser eigenartige Geruch in der Luft, eindeutig vom Smog. Alles war sehr aufregend alleine in einer 24 Millionen Stadt.  Es war ein gutes Wochenende zum Ankommen, gerade war ein chinesischer Feiertag und die Stadt daher verhältnismäßig leer.
Am ersten Tag hat mich meine Vermieterin durch meinen Bezirk geführt, ist mit mir zur Polizeianmeldung gegangen, wir haben eine SIM-Card gekauft und mir wurden alle wichtigen Spots gezeigt. Zum Glück musste ich dies nicht allein machen, denn recht schnell war klar, dass ich mit Englisch nicht weit kommen würde.

Leben in Shanghai

Shanghai ist eine sehr junge und lebhafte Stadt. Es gibt viele internationale Studenten, ein aktives Nachtleben und jeden Tag gibt es ein neues Restaurant oder einen neuen Club zu entdecken. Hinzu kommt, dass Shanghai auch in kultureller Sicht sehr viel zu bieten hat, zum Beispiel den Yuyuan Garden, große Tempel und Parks sowie unterschiedliche Bezirke. Ich lebte in Jing’An, einem sehr beliebten Bezirk für Ausländer und Entsandte und fußläufig zu allen bekannten Orten der Innenstadt. Meine Wohnung befand sich im 17. Stock eines Hochhauses mit einem fantastischen Blick über Jing’An. Ich teilte mir die Wohnräume mit einigen Mitbewohnern, darunter auch einem anderen deutschen Studenten. Wir machten viele Ausflüge zusammen, suchten uns ein nahegelegenes Fitnessstudio und feuerten abends (wenn auch leider nur kurz) Deutschland während der WM an. Obwohl keiner von uns Chinesisch spricht, konnten wir uns immer besser verständigen und konnten bald einige hilfreiche Worte aufschnappen.
In Shanghai wurde es nie langweilig und jeden Tag konnte man etwas Neues entdecken. Da es jedoch Hochsommer war und viele Chinesen Urlaub hatten, wurde es sehr voll. In den Bahnen stand man dicht an dicht, wie man es sich für China vorstellen würde und auch die Sehenswürdigkeiten waren sehr gut besucht. Aus diesem Grund unternahm ich einige Ausflüge außerhalb der Stadt, zum Beispiel in die Gartenstadt Suzhou, die ehemalige Hauptstadt Nanjing, nach Moganshan, ein beliebtes Urlaubsziel für Städter (auch Hamptons von Shanghai genannt) oder nach Hangzhou zum weltbekannten romantischen Westlake.
Ebenfalls machte ich mit einer chinesischen Arbeitskollegin einen Ausflug nach Qibao, einen älteren Teil Shanghais, mittlerweile etwas außerhalb der Stadt. Hier probierten wir uns durch sämtliche chinesische traditionelle Spezialitäten wie den Stinketofu, Schweinefüße, alle Arten von Dumplings, Gedärme auf Spießen und vieles mehr. Einige dieser Speisen kosteten mich große Überwindung, doch wie oft bekommt man schon die Gelegenheit einen Schweinefuß oder ein 1000-jähriges Ei zu essen?

Die Zeit in Shanghai verging wie im Flug. Vergangenen Monat war ich noch einmal dort und konnte erleben, wie schön die Stadt im Winter ist. Ich kann jedem nur empfehlen, seine eigenen Erfahrungen in Shanghai zu sammeln und vor Ort so viel wie möglich außerhalb der traditionellen Touristen-Spots zu verbringen.

 

Abschließend meine Highlights:
1. Suppendumplings Xiaolongbao
2. Der Sonnenaufgang am Bund (morgens gegen 4, also früh aufstehen)
3. Die Aussicht vom Shanghai Financial Tower
4. Hotpot essen mit Freunden
5. Nachts mit dem Fahrrad Shanghai erkunden und an Streetfood Ständen essen

Marie Bradt

My name is Marie Sophie Bradt and I´m participating in the integrated Bachelor program, defined as dual studies at Continental. The program characterizes as a three year assignment combining the theory of a Bachelors Degree in the field of Business Administration and practical experience gained within an apprenticeship. While most of the different stages included in the practical part took place in Hannover, Germany I was able to spend three months abroad having an international assignment in Shanghai, China. Beside my work as a ContiBachelor, I´m a member of the social media competence team, taking care of all content related to student, pupils and apprentices on Facebook and Instagram. Therefore I don´t only create posts about my personal experience as a ContiBachlor, but also publish interviews and experiences of other students and apprentices.

More posts by Marie Sophie

One thought on “你好,上海! Hallo Shanghai!

  1. Hallo Marie,
    vielen Dank für deinen tollen Block Eintrag. Schön etwas aus erster Hand von Shanghai zu lesen. Ich war selbst Ende 2018 geschäftlich für zwei Wochen dort und habe ähnliche positive Erfahrungen gemacht. Leider hatte ich keine Möglichkeit, das Umland zu erkunden. Aber die Stadt bietet ja auch genug Potential. Und du hast es ja schön formuliert, „In Shanghai wurde es nie langweilig und jeden Tag konnte man etwas Neues entdecken“ … sehe ich genau so. Ich hatte in der kurzen Zeit so viele Eindrücke, neues gesehen und erlebt. In diesem Sinn, 我爱上海
    Viele Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.