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Wie sieht Ihr Weg zu Continental aus?
Ich hatte vor fünf Jahren das große Glück, als erste lokale Gesundheitsmanagerin bei Continental eingestellt zu werden. Damals habe ich das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) der Business Unit ADAS aufgebaut und geleitet, ehe ich vor zwei Jahren dem Ruf von Corporate Health nach Hannover gefolgt bin. In dieser Konzernfunktion erreiche ich mit meiner Arbeit noch mehr Mitarbeiter/Innen und es ist spannend, aus dieser Perspektive zu sehen, wie ein Weltkonzern wie Continental funktioniert. Hier kann ich täglich lernen und mich weiterentwickeln.

Was sind Ihre Aufgaben als Gesundheitsmanagerin bei Corporate Health?
Wir entwickeln zentrale Programme und Strategien zur Förderung der Gesundheitskompetenz und Resilienz unserer Mitarbeiter/Innen und widmen uns dem Thema „Gesundes Führen“. Im Fokus steht dabei, eine gesunde Unternehmenskultur bei Continental zu etablieren. Ich sehe meine Aufgabe in der Corporate Funktion darin, allen Mitarbeitern/Innen bei Continental weltweit Zugang zu einem integrierten, systematischen Gesundheitsmanagement zu schaffen.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten?
Ich arbeite gerne mit und für Menschen und bin überzeugt davon, dass wir mit unserer Arbeit zum Konzernerfolg beitragen. Es geht dabei nur eben um kein technisches Produkt, sondern um Menschen, um unsere 235.000 Mitarbeiter, und um das Ziel, attraktivster Arbeitgeber zu werden. Bei der Umsetzung unserer Ziele erlebe ich viele Freiheiten und diskutiere neue Ideen gerne in meinem Team. Bemerkenswert ist die positive Einstellung zu unseren Themen im Konzern: Wir erleben auf allen Ebenen Bestätigung, dass Continental großen Wert auf gesunde Mitarbeiter und eine gesunde Unternehmenskultur legt. Das gemeinsame Verständnis ist bereits da: Auch wenn das BGM nicht direkter Bestandteil der Wertschöpfungskette ist, so ist es eine wichtige Investition in unsere Mitarbeiter und somit in unsere Zukunft.

Was schätzen Sie an Continental als Unternehmen?
Ich schätze an Continental besonders die Vielseitigkeit: Zwischen einem Arbeitsplatz im Gummimischsaal und dem eines Softwareentwicklers liegen Welten, und doch sind alle Teil dieses Unternehmens. Ich arbeite gerne in einem multikulturellen Umfeld und sehe viele Chancen darin. Arbeitseinsätze im Ausland erlebe ich immer als enorme Bereicherung, weil sie mir helfen, unseren Konzern besser kennenzulernen und die Bedürfnisse in den verschiedenen Regionen zu verstehen. Außerdem schätze ich sowohl die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten als auch unsere vier Unternehmenswerte sehr: Beides unterstützt mich in meiner täglichen Arbeit.

Neben Ihrem Job haben Sie ein sehr interessantes Hobby, nämlich Bergsteigen. Wie sind Sie zum Bergsteigen gekommen?
Vor zehn Jahren habe ich das Matterhorn mit eigenen Augen gesehen und wusste: Da will ich hoch! Zu diesem Zeitpunkt war das völlig unrealistisch: Ich konnte nicht klettern und war einfach nur eine von vielen tausenden Touristen, die Jahr für Jahr vor diesem faszinierenden Berg stehen. Aber ich hatte ein Ziel vor Augen, also habe ich habe ich mich auf den Weg gemacht: Erst mit leichten Klettersteigen, Mehrtagestouren, dann 3000er und schließlich 4000er bestiegen. 2015 war es dann so weit und ich konnte mir meinen Gipfeltraum erfüllen – ein unglaublich tolles Gefühl!

Wie hängen Ihr Job und Ihr Hobby zusammen? Gibt es etwas, das Sie aus Ihrem Hobby für Ihren Job mitnehmen?
Für mich persönlich nehme ich immer viel Energie aus den Bergen mit in den Job. Hier kann ich den Kopf freibekommen und kreativ sein. Beim Klettern ist man immer nur im Hier und Jetzt, mit höchster Konzentration auf das, was man gerade tut. Diese Fähigkeit, auch unter Stress fokussiert zu bleiben, hilft mir natürlich sehr bei der täglichen Arbeit. Ich suche immer wieder neue Herausforderungen und möchte meine Fähigkeiten in verschiedene Richtungen ausbauen. Das kann man nur, wenn man bereit ist, seine Komfortzone zu verlassen – am Berg ebenso wie im Job. Viele Berge müssen hart erarbeitet werden: Gegenseitiges Vertrauen, Teamgeist und „Passion to win“ sind dabei unbedingte Voraussetzung für den Gipfelerfolg.

Sie haben erfolgreich an einem Wettbewerb teilgenommen, dessen Gewinner in einem internationalen Team den Eiger in den Schweizer Alpen besteigen werden. Erzählen Sie doch bitte kurz davon.
Das Onlinemagazin Bergwelten und der Sportartikelhersteller Mammut suchten in einer Ausschreibung drei Kandidaten für die Besteigung des Eigers (3967m in den Schweizer Alpen) über den spektakulären Mittellegigrat, der als einer der schönsten Grate der Alpen gilt. Eine Fachjury, in der mit David Lama einer der besten Bergsteiger der Welt vertreten war, kürte zunächst 12 Finalisten, aus denen dann in einem Onlinevoting je ein Vertreter aus Österreich, der Schweiz und Deutschland ausgewählt wurde. Ich freue mich riesig, dass ich Deutschland nun in diesem nationenübergreifenden Projekt vertreten darf und bin immer noch völlig überwältigt von der unglaublichen Unterstützung die ich in diesem Voting erfahren durfte – auch von vielen Continental Mitarbeitern.

Wie bereiten Sie sich auf diese Besteigung vor? Worauf freuen Sie sich am meisten?
Die Mammut Alpine School wird alle drei Kandidaten für die Eigerbesteigung nochmals am Fels und am Gletscher ausbilden und Trainingspläne für uns erstellen. Neben Ausdauertraining muss ich auch noch an meiner Technik arbeiten, dafür werde ich wohl noch viele Abende in der Kletterhalle verbringen. Die größte Schwierigkeit ist für mich das fehlende Höhentraining im flachen Hannover: Um einmal die Höhendistanz von Grindelwald bis auf den Eigergipfel zurückzulegen, müsste ich 50 Mal auf Hannovers höchsten Berg steigen ;-)! Daher werde ich möglichst viele Wochenenden und Urlaubstage in den Bergen verbringen, um dort Höhenmeter zu sammeln.

Finja Ostermann-Emden

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