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Mein Name ist Eric. Ich arbeite seit 14 Jahren als Reifeningenieur bei Continental in Sarreguemines (Frankreich). Vor zwei Jahren beschloss ich mit meiner Familie, möglichst keinen Müll mehr zu produzieren. Kein einfaches Unterfangen.

Naturverbundenheit wurde mir in die Wiege gelegt. Als Sohn eines Landwirts tobte ich als kleiner Junge im elterlichen Garten und auf den Feldern und half meinen Eltern auf dem Hof. Das schulte meinen Respekt vor der Natur und meinen Willen, im Einklang mit meiner Umwelt zu leben. Vor zwei Jahren hörte ich einen Vortrag über Müllvermeidung. Ich war sofort Feuer und Flamme. Ich sprach mit meiner Familie und unser Entschluss stand fest: Wir wollten eine „Zero-Waste-Family“ werden.

Aller Anfang ist schwer: Wer Großes vorhat, sollte behutsam beginnen
Dass dies kein einfaches Unterfangen werden würde, war uns allen klar. Und so lautete die Devise: Wir fangen langsam an und steigern uns. Gesagt, getan. Den Anfang machten jene Lebensmittel, bei denen sich eine Verpackung leicht vermeiden lässt: Der Bäcker wickelt das Brot nicht mehr in Papier. Für Obst, Nudeln und Reis haben wir leere Kartons dabei, die sie sich befüllen lassen. Am Briefkasten klebt ein Schild mit der Aufschrift: „Keine Werbung bitte“. Unzählige Prospekte und Flyer fallen so schon einmal weg. Die Verkäufer reagieren meist sehr tolerant. Viele fragen zwar nach, warum wir keine Verpackung haben möchten, aber wenn wir es erklären, wird unsere Entscheidung anerkannt.

Von dem Gefühl, Herausforderungen zu meistern und etwas Gutes zu tun
Aber natürlich gab es auch Widerstände. In manchen Läden kaufen wir nicht mehr ein, weil man nicht bereit ist, uns unseren Einkauf ohne Tasche oder Verpackung auszuhändigen. Und noch einen schwierigen Punkt galt es zu meistern: Feste wie Weihnachten oder Geburtstage. Besonders für meine Töchter, sieben, neun und elf Jahre alt, war es schwierig, Geschenke nicht anzunehmen, weil sie zum Beispiel in Plastik verpackt waren. Doch es dauerte nicht lange, da wussten unsere Freunde und Verwandte Bescheid. Die Kinder bekommen seitdem Reitstunden geschenkt oder etwas zum Anziehen. Und auch unsere elfjährige Jade ist glücklich mit unserer Entscheidung, Müll zu vermeiden. Sie sagt: „Ich fühle, dass wir etwas Gutes tun.“

Wirtschaftlichkeit und Umwelt­bewusstsein gehen Hand in Hand
Ressourcen sparsam einsetzen, nachhaltig wirtschaften – das beherzige ich nicht nur im Privatleben, sondern auch im Beruf. Ich bin froh, bei einem Unternehmen wie Continental zu arbeiten, in dem Umweltschutz und Effizienz großgeschrieben werden. Ein Teil meines Jobs beschäftigt sich mit der Reduzierung von Ausschuss bei der Reifenherstellung. Das hat neben wirtschaftlichen Gründen auch positive Auswirkungen auf die Umwelt.

Finja Ostermann-Emden

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