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„Zunehmende Akademisierung hat Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt“ – diese Überschrift sprang mir vor nicht allzu langer Zeit in einem deutschen Nachrichtenmagazin ins Auge. Ein Hochschulstudium zu absolvieren scheint in unserer Zeit tatsächlich ein beliebter Trend zu sein. Im Gegensatz dazu hört man von vielen jungen Menschen sehr kritische Kommentare gegenüber „einfachen“ Berufsausbildungen.

Aus der Sicht eines 22-jährigen, der direkt im Anschluss an sein Abitur eine auf 3 Jahre verkürzte Ausbildung im technischen Bereich gemacht hat, kann ich diese Kommentare zwar nachvollziehen aber keineswegs bestätigen. Obwohl ich in der Bewerbungsphase auch duale Studien ins Auge gefasst habe und gute Aussichten auf verschiedene Studiengänge hatte, habe ich mich letztendlich für eine Ausbildung zum Technischen Produktdesigner bei Continental Automotive in Wetzlar entschieden. Eine Entscheidung die ich bis heute nicht bereue. Die drei Jahre in einem international agierenden Unternehmen mit Mitarbeitern vieler unterschiedlicher Kulturen haben mich sowohl persönlich, als auch beruflich ein großes Stück weitergebracht. Auch wenn man als Azubi relativ weit unten in der Hierarchie steht, bekommt man hier nicht das Gefühl der „Stift“ zu sein. Es gab durchaus auch Aufgabengebiete, die mich zwar interessiert aber auch außergewöhnlich stark gefordert haben. Deshalb galt es während meiner gesamten Ausbildung, mir selbstständig Informationen zu beschaffen, diese zu verarbeiten und in der Praxis anzuwenden. Meine Befürchtungen gegenüber einer „einfachen“ Ausbildung haben sich so nicht bestätigt.

Natürlich muss eine abgeschlossene Berufsausbildung auch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Um es an meinem Beispiel festzumachen: nach meiner Abschlussprüfung wurde ich von Conti übernommen und man bot mir an, in einen anderen Bereich zu wechseln. So kommt es, dass ich jetzt in der Abteilung Marketing/Kommunikation sitze und meine praktisch erlernten, technischen Fähigkeiten beim Entwickeln und Konstruieren neuer Demonstratoren für Events einsetzen kann. Eine Tätigkeit die mir jetzt schon große Freude bereitet, zumal auch die Unterstützung von Events im In- und Ausland dazugehört. Für die nächsten Jahre wurden mir diverse Weiterbildungsmöglichkeiten aufgezeigt und ich strebe außerdem ein Studium in Kommunikationswissenschaften an. Natürlich alles mit der Unterstützung von Continental.

Joel Schubert

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